Mit Vorstrafen zur Bundeswehr ?!

Kann ich mit einer Vorstrafe zur Bundeswehr?!

Bundeswehr Vorstrafen

Die Frage ob du mit Vorstrafe zur Bundeswehr kannst oder die Vorstrafe zum Ausschluss im Auswahlverfahren bei der Bundeswehr führt wird oftmals diskutiert. Alles in allem lässt sich sagen dass eine Vorstrafe sich negativ auf das Auswahlverfahren des Bewerbers auswirkt. Allerdings ist eine Vorstrafe nicht zwangsweise ein Ausschlusskriterium.

Hier muss unterschieden werden, ob es sich um ein Ermittlungsverfahren handelt welches nach § 170 Abs. 2 der Strafprozessordnung eingestellt wurde (Strafbares Verhalten konnte nicht nachgewiesen werden → Unschuldig) oder ob es sich um eine rechtskräftige Verurteilung handelt. Ein Ermittlungsverfahren, in dem die betroffene Person freigesprochen wurde, führt zu keinen negativen Auswirkungen. Es ist sogar gesetzlich verboten einen Bewerber nachteilig zu behandeln, obwohl dieses freigesprochen wurde. Ein eingeleitetes Ermittlungsverfahren, welches nicht zur Verurteilung führt wird jedoch auch nicht im Bundeszentralregister gespeichert. In diesem Fall würde ich im Auswahlverfahren keine Angaben zu derartigen Vorfällen tätigen.

Ein Ermittlungsverfahren, welches zu Verurteilung führte ist hingegen definitiv nachteilig. Auch die Einstellung des Verfahrens gegen einen Entgelt (Geldstrafe) ist eine rechtskräftige Verurteilung. Eine Gerichtsverhandlung ist für eine rechtskräftige Verurteilung somit nicht notwendig.

Solltest du bereits rechtskräftig verurteilt worden sein, wirst du dies bei den Bewerbungsunterlagen bzw. spätestens im Laufe des Einstellungstest mitteilen müssen. Die Rechtsabteilung der Bundeswehr wird im Einzelfall prüfen ob du mit Vorstrafe zur Bundeswehr kannst. Du musst der Rechtsabteilung der Bundeswehr Akteneinsicht in das Ermittlungsverfahren gewähren, worauf hin diese im Einzelfall entscheidet. Im Rahmen deiner Bewerbungsunterlagen musst du eine Einverständniserklärung abgeben. Die Bundeswehr hat somit Zugriff auf Einträge im Bundeszentralregister. Es obliegt somit der Rechtsabteilung der Bundeswehr zu entscheiden, ob du trotz einer begangenen Straftat geeignet bist in der Bundeswehr zu dienen.

Auf kritische Fragen im Auswahlverfahren solltest du dich einstellen. Hier kann ich dir empfehlen mit offenen Karten zu spielen und Reue zu zeigen. Dies zeigt den Prüfern, dass du dich mit deinem Fehlverhalten auseinandergesetzt hast und das du Verantwortung für dein Handeln übernimmst. Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen gehört zu den wichtigsten Faktoren in jeder Laufbahn und jeder Verwendung innerhalb der Bundeswehr.

Solltest du mehr über die Offizierslaufbahn, die Feldwebellaufbahn oder andere Faktoren  erfahren wollen, klicke auf die jeweilige Unterseite.

12 Gedanken zu „Mit Vorstrafen zur Bundeswehr ?!

    1. Hallo Daniel,

      es kommt darauf an was du mit einer Verwarnung meinst. Eine Verwarnung mit Strafvorbehalt nach § 59 StGB wird im Bundeszentralregister geführt. Hier sind jedoch die Löschfristen zu beachten. Bundeszentralregistereinträge im minderjährigen Lebensalter werden nach fünf Jahren gelöscht. Warst du zur Tatzeit volljährig wird der Eintrag nach 10 Jahren gelöscht.
      Sollten die Löschfristen nicht erfüllt sein wird die Bundeswehr diesen Eintrag im Register sehen können, da ein Bundeszentralregisterauszug durch die Bundeswehr nach deiner Bewerbung erfolgt.
      Ich denke ein offener und verantwortungsvoller Umgang mit deinem Fehlverhalten wird dir im Auswahlverfahren helfen.

      Viel Erfolg weiterhin 🙂

  1. Guten Tag,

    ich habe mir im Karriereberatungsbüro die Bewerbungsunterlagen geholt, leider habe ich zwei Vorstrafen mit Geldstrafen bekommen in den letzten beiden Jahren. Bin ich absolut nicht stolz drauf, das Führungszeugnis beantragt und beides steht drin.
    Ich hoffe ich bekomme eine Chance zum Einstellungstest eingeladen zu werden, um mich erklären zu dürfen, warum dies passierte.
    Ich habe Verantwortung übernommen, mir ist vollkommen bewusst dass dies damals ein Fehler war. Mir ist auch völlig klar dass man mich nicht kennt und ein BZRG wird gemacht, sprich man sieht in erster Linie meine Einträge, dazu kommt, dass ich erst mit 26 meine Berufsausbildung angefangen habe, dies auch erklären muss.

    Besteht eine Chance überhaupt als SaZ eingestellt zu werden? Wenn nein als FWDLerin?
    Vom Wehrdienstbeauftragten weiß ich dass es wohl eine Einzelentscheidungen ist, aber dann steht Papier gegen mich als Person.

    1. Hallo Marlene,

      leider kann ich dir auch keine andere Antwort geben als der Karriereberater. Die Rechtsabteilung entscheidet immer im Einzelfall über eine mögliche Zulassung zum Einstellungsverfahren. Aus meiner Sicht ist es dann auch nicht ausschlaggebend, ob du dich für den freiwilligen Wehrdienst oder als SaZ bewirbst. Du wärst ja in beiden Fällen Soldatin.
      Solltest deine Bewerbung zugelassen werden musst du dir natürlich kritische Fragen gefallen lassen. Besonders dann wenn du als SaZ länger in der Bundeswehr dienen möchtest. Dann geht es nicht mehr um die generelle “Zulassung” zum Soldatenberuf sondern um eine Laufbahn in welcher du eventuell auch Personalverantwortung übernimmst und ein Vorbild sein musst.
      Ich würde die Hoffnung nicht aufgeben und mich bewerben. Mir sind viele ähnliche Fälle bekannt bei denen die Bewerber zum Eignungsauswahlverfahren zugelassen wurden und sich erklären durften.
      Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir viel Erfolg 🙂

      1. Vielen Dank für die nette Antwort, die mich wieder etwas aufbaut und mich ermutigt diesen Schritt zu machen.

        Diese Fälle die sich erklären durften, haben sie eine Chance bekommen in der Bundeswehr?
        Ich finde seit diesen Urteilen bin ich menschlich sehr gewachsen, und in meinem Beruf (Köchin) habe ich jeden Tag Verantwortung auch wenn ich nicht die Ausbildereignung habe, so muss ich doch jeden Tag einen Azubi leiten, zeigen und erklären mit viel Ruhe.
        Ich denke ich kann ein Vorbild sein, gerade weil man durch solchen Morrast gegangen ist und daraus gelernt hat.

        Noch ein paar Unterlagen und dann darf ich die Bewerbung abgeben. Vielen Dank nochmals für die nette Antwort.

        1. Hallo Marlene,

          ja die Bewerber haben es zum Teil auch geschafft bei der Bundeswehr Karriere zu machen.

          Ich finde deine Erklärungen sehr authentisch. Ich denke wenn du diese Argumentation auch im Auswahlverfahren anwendest, stehen deine Chancen sehr gut. Du kannst ja mal berichten wie es weiter geht. Natürlich nur wenn du Lust dazu hast.

          Schöne Grüße

  2. Hallo, mein Patenkind hat eine Jugendstrafe von 2 Jahren Haft bekommen, als er 15 Jahre alt war. Heute ist er 18 Jahre alt. Kann er sich dennoch bei der Bundeswehr bewerben?

    1. Bewerben kann er sich immer.

      (1) In das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit darf nicht berufen werden, wer

      1.
      durch ein deutsches Gericht wegen eines Verbrechens zu Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr oder wegen einer vorsätzlichen Tat, die nach den Vorschriften über Friedensverrat, Hochverrat, Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates oder Landesverrat und Gefährdung der äußeren Sicherheit strafbar ist, zu Freiheitsstrafe verurteilt ist,

      2.
      infolge Richterspruchs die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht besitzt,

      3.
      einer Maßregel der Besserung und Sicherung nach den §§ 64, 66, 66a oder § 66b des Strafgesetzbuches oder der Sicherungsverwahrung nach Bestimmungen des § 7 oder des § 106 des Jugendgerichtsgesetzes unterworfen ist, solange die Maßregel nicht erledigt ist.

      (2) Das Bundesministerium der Verteidigung kann in Einzelfällen Ausnahmen von Absatz 1 Nr. 1 zulassen.

      Wenn er aufgrund eines Verbrechens zu 2 Jahren Verurteilt worden ist, kann er nicht zur Bundeswehr. Sollte es sich um ein Vergehen handeln ist dies möglich.
      z.B.: Körperverletzung = Vergehen
      schwere Körperverletzung = Verbrechen

  3. Guten tag,

    mit 16 habe ich zwei ziemlich gravierende Dummheiten begangen, auf die ich Heute nicht stolz bin.
    ich wurde vor gericht geladen und in beiden Fällen wurde das Verfahren eingestellt. einmal mit der auflage einer führung durch ein Museum, und das andere mal mit der Auflage von 60 Sozialstunden und 10 Beratungsstunden in einem Jugendsozialverein.
    mit 17 habe ich mich auf hinraten meines Karriereberaters beworben und wurde zugelassen,die Ärztliche untersuchung /Sporttest/Pc test etc. mitzumachen.ich wurde danach ohne angabe eines grundes abgelehnt.
    jetzt zu meiner frage.
    kann durch die einstellung des verfahrens wegen der verwendung kennzeichen verfassungswidriger organisationen eine lebenslange sperre erhoben werden oder ist es möglich, trotzdem zur angenommen zu werden.wie gesagt das verfahren wurde 2014 gegen auflage eingestellt und ich habe mich seither um 180 grad gedreht.ich mache eine ausbildung zur fachkraft für Schutz und Sicherheit und habe auch sonst nichts mehr mit der polizei/Gericht zu tun.
    ist eine erneute bewerbung sinnvoll ? oder sollte ich mich unter diesen umständen von meinem Traum Verabschieden.

    Danke im Vorraus

    MFG
    Daniel

  4. Hallo,

    Ich habe vor circa einem Jahr eine Falschaussage falscher Verdächtigung gemacht da ich dazu gedrängt wurde, habe dies jedoch gleich einen Tag später der betreuenden Ermittlerin mitgeteilt und um einen Termin gebeten. Leider wurde trotz Reue und Klarstellung ein Verfahren eingeleitet was jedoch eingestellt wurde da meine Mutter meine späteren richtigen Angaben bestätigen konnte.
    Muss ich dies in der Bewerbung angeben und vor allem muss ich mich starken Konsequenzen rechnen was die Berufswahl Bundeswehr angeht?

  5. Ich würde eingestellt als Soldat obwohl ich eine vorstrafe habe ( btmg Verkauf) also wer den berufstraum hat Soldat zu werden der soll es probieren. Unteroffizier ist auch mit dieser vorstrafe drinnen aber ich habe mich auch um 720% geändert.

  6. Hallo,

    ich möchte mich gerne für eine Laufbahn bei der Bundeswehr Feuerwehr bewerben. Leider war ich mit 17 mal in einer Schlägerei verwickelt und musste Schmerzensgeld zahlen. Habe alle Auflagen schnellstmöglich beglichen.

    Wird mich diese Sache vom Auswahlverfahren ausschließen?

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